Elektriker begutachtet Leitungsführung in der Wand
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Woran Sie es merken

ALTE ELEKTROINSTALLATIONERKENNEN

Die Steckdose wackelt, eine Sicherung fliegt öfter raus, oder Sie ziehen gerade in eine ältere Wohnung: Woran erkennen Laien, ob die Elektroinstallation in die Jahre gekommen ist – und was bedeutet das eigentlich konkret für Sie?

ElektrofachkraftFachbetriebArbeiten nach DIN VDE
Kurz beantwortet

Mehrere Anzeichen zusammen sind das eigentliche Signal

Kein Schutzleiter an den Steckdosen, auffällig wenige Steckdosen und Stromkreise pro Raum, sichtbare Stoffkabel oder Porzellan-Sicherungen im Sicherungskasten, ein fehlender FI-Schutzschalter sowie eine Sicherung, die ungewöhnlich häufig auslöst – das sind die klassischen Warnzeichen. Einzeln muss keines davon dramatisch sein, in Kombination ist es ein klares Signal. Ob daraus tatsächlich Handlungsbedarf entsteht, kann am Ende nur eine Elektrofachkraft vor Ort beurteilen.

Woran Sie es erkennen

Die häufigsten Warnzeichen im Überblick

Jedes dieser Zeichen können Sie selbst beobachten, ganz ohne Werkzeug oder Fachwissen.

Kein Schutzleiter

Steckdosen ohne dritten Kontakt bzw. ohne erkennbare Erdung deuten auf eine Installation vor den heutigen Schutzstandards hin.

Wenige Steckdosen, wenige Stromkreise

Ein bis zwei Steckdosen pro Zimmer und wenige, stark belegte Stromkreise waren früher üblich und decken den heutigen Bedarf oft nicht mehr.

Stoffummantelte Kabel oder Porzellan-Sicherungen

Im Sicherungskasten sichtbare Stoffkabel oder klassische Schraubsicherungen aus Porzellan statt moderner Leitungsschutzschalter sind ein deutliches Alterszeichen.

Kein FI-Schutzschalter

Fehlt der Fehlerstrom-Schutzschalter im Verteiler ganz, fehlt der zusätzliche Personenschutz bei einem Fehlerstrom in Steckdosen- oder Feuchtraum-Stromkreisen.

Sicherung löst häufig aus

Springt eine Sicherung immer wieder heraus, sobald mehrere Geräte gleichzeitig laufen, ist der Stromkreis für den heutigen Bedarf oft schlicht zu knapp bemessen.

Nahaufnahme abisolierter Leitungen vor dem Anklemmen
Was das rechtlich bedeutet

Bestandsschutz und Nachrüstpflicht ehrlich erklärt

Eine alte Elektroinstallation ist nicht automatisch unzulässig. Unverändert gebliebene Bestandsanlagen genießen grundsätzlich Bestandsschutz – niemand ist verpflichtet, jede ältere Wohnung pauschal auf den aktuellen Normstand zu bringen. Das ändert sich jedoch, sobald eine wesentliche Änderung ansteht, etwa eine Badsanierung: Dann greifen die aktuellen Normen verbindlich, und ein fehlender FI-Schutzschalter wird zur Nachrüstpflicht. Gerade in Düsseldorfs dicht bebauten Gründerzeitvierteln wie Pempelfort, Oberkassel, Bilk oder Flingern – geprägt von geschlossenem Blockrand und einem hohen Altbaubestand aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – begegnet uns diese Konstellation regelmäßig: Eine Wohnung wird renoviert, und dabei zeigt sich, dass die Elektroinstallation im ganzen Haus schon länger an ihre Grenzen stößt.

  • Unveränderter Bestand: grundsätzlich Bestandsschutz, keine pauschale Pflicht zur Nachrüstung
  • Wesentliche Änderung, z. B. Badsanierung: aktuelle Normen wie FI-Schutz greifen dann verbindlich
  • In Gründerzeit-Blockrandvierteln wie Pempelfort, Oberkassel, Bilk und Flingern besonders häufig relevant
Erste Einschätzung

So gehen Sie selbst vor

Diese Schritte helfen bei einer ersten, sicheren Einordnung – ganz ohne Eingriff in die Anlage.

1

Baujahr grob einordnen

Ein Baujahr vor den 1980er-Jahren oder eine seit dem Einzug nie erneuerte Installation sind erste Anhaltspunkte für ein höheres Alter der Anlage.

2

Sicherungskasten ansehen

Ein Blick genügt oft: moderne Leitungsschutzschalter mit Kippschaltern sprechen für eine neuere Anlage, Porzellan-Schraubsicherungen eher für eine ältere.

3

Steckdosen prüfen

Steckdosen ohne sichtbaren Erdungskontakt und auffällig wenige Steckdosen pro Raum sind ein weiteres Indiz, das Sie selbst gefahrlos beobachten können.

4

Elektrofachkraft für die Beurteilung holen

Die eigentliche fachliche Einschätzung – wie dringend Handlungsbedarf besteht und was konkret zu tun ist – gehört danach in die Hand einer Elektrofachkraft.

Feststellen dürfen Sie selbst – ändern nicht

Die Anzeichen zu erkennen und einzuschätzen, ist als Sichtprüfung für Laien möglich und ausdrücklich sinnvoll – so erkennen Sie frühzeitig, ob sich ein genauerer Blick lohnt. Jede Änderung an der Festinstallation selbst – Schutzleiter nachrüsten, FI-Schalter setzen, Leitungen austauschen – ist ausschließlich Aufgabe der Elektrofachkraft. Bei Eingriffen in eine veraltete, oft unbekannte Anlage drohen Laien Lebensgefahr durch Stromschlag, Brandrisiko durch überlastete oder beschädigte Leitungen sowie der Verlust des Versicherungsschutzes.

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